Zielgruppen im Handel definieren & Community aufbauen

Eine Community ist die Basis für den Erfolg. Das gilt sowohl online als auch offline!

Organische und bezahlte Reichweite im Vergleich

Das Fräulein – Mode und Wohnen hat es geschafft, sich in den letzten Jahren auf ihren Social-Media-Kanälen eine große Anhängerschaft aufzubauen – und zwar organisch. Das bedeutet, dass Simona und ihr Team Reichweite generiert haben, ohne bezahlte Beiträge zu schalten. Facebook unterscheidet zwischen organischer und bezahlter Reichweite. Wenn eine Person einen unbezahlten Beitrag der Fräulein-Facebook-Seite gesehen hat, spricht man von „organisch“. Sieht eine Person jedoch einen Beitrag, der mit einer bestimmten Geld-Summe hinterlegt wurde, so handelt es sich um eine „bezahlte Reichweite“.

Das Fräulein konnte also dem Facebook-Algorithmus trotzen und die Community unbezahlt aufbauen. Darauf ist das Team sehr stolz. „Vor über vier Jahren haben wir mit Facebook angefangen und wir merken einfach, dass es ein gutes Tool ist.“, berichten Simona und Daniel.

 

Der Facebook-Algorithmus

Daniel erklärt:

„Durch die ständige Veränderung des Algorithmus auf Facebook in den letzten Jahren hat sich auch die Art der Kunden-Ansprache verändert.“

Denn dieser bestimmt, was Nutzer in ihrem Newsfeed zu sehen bekommen. 2018 wurde der Algorithmus von Facebook verändert. Seitdem werden Inhalte von Freunden und Familie bevorzugt und es ist schwieriger geworden, mit organischen Inhalten, die gewünscht Aufmerksamkeit und Reichweite zu erhalten. Neuerdings werden aktive Interaktionen, wie z.B. das Kommentieren oder Teilen von Beiträgen im Vergleich zu reinen „Gefällt-mir“-Angaben bevorzugt. Dahinter steckt die Annahme, dass Aktionen, die vom Nutzer mehr Aufwand benötigen auf eine höhere Content-Qualität hinweisen.

Es ist also sehr wichtig, diesen zu kennen, um eine erfolgreiche Social-Media-Strategie zu entwickeln. Aber Achtung: Der Algorithmus wird in unregelmäßigen Abständen von Facebook angepasst! Deshalb sollte man sich im Netz oder bei speziellen Agenturen gut über den aktuellen Stand und die jeweiligen Einflussfaktoren informieren.

 

Vereinen von Online- und Offline-Strategien

Das Fräulein konnte das Facebook-System schnell verinnerlichen und für sich nutzen: Durch ihre authentische Art hat Simona mittlerweile eine sehr große Community aufgebaut.

„Unsere Kommunikation dort ist persönlich und dynamisch. Ich bin einfach ich selbst.“

erklärt sie. Das gefällt, denn die Zahl der Abonnenten spricht für sich: 5.314 Follower auf Facebook und 1.277 auf Instagram (Stand: 27.07.2020). Dass ihre Social-Media-Präsenz ankommt, merken Simona und Daniel auch in ihren Boutiquen in Meerbusch, Ratingen und Kempen. Sie erzählt: „Es kommen immer wieder Kundinnen rein, die vorher ein Video auf Facebook oder Instagram gesehen haben und fragen dann speziell nach einem Teil oder kaufen direkt ganz gezielt etwas, was ich dort anhatte.“, und freut sich: „Das ist toll, denn das zeigt, dass unsere Videos ankommen.“

So hat es das Fräulein geschafft, eine Synergie zwischen der digitalen Welt und ihren lokalen Geschäften aufzubauen. Deshalb waren die mit „Anfassbar gut.“ und dem Kompetenzzentrum Handel aufgesetzten Facebook-/Instagram-Shops der nächste logische Schritt. Diese stellen sowohl einen zusätzlichen Kanal für Bestandskunden als auch eine Möglichkeit zur Neukundengewinnung dar.

 

Die Zielgruppe definieren und kennen

Beim Aufbau einer Community und der Gewinnung von Reichweite spielt die genaue Zielgruppe eine wichtige Rolle. Denn um genau die Kunden anzusprechen, die man erreichen möchte, muss die eigene Zielgruppe zunächst genau definiert werden. Man sollte also vor Augen haben, für wen der Content produziert wird. Die Kundenansprache variiert je nach Adressatenkreis.

Beim Fräulein steckt die Zielgruppe quasi schon im Namen: Mode und Accessoires für Frauen. Darauf haben sie den Fokus in ihren drei Boutiquen gelegt. Die zahlreichen Angebote lassen so manches Frauenherz höherschlagen!

„Wir beide sind immer wieder auf der Trüffelsuche und versuchen neue Anreize zu schaffen. Wir versuchen für die Kunden zu denken.“

erzählt Simona grinsend. Fast täglich gibt es auf den Social-Media-Kanälen des Fräuleins neue Videos mit frischen Outfits und Ideen, wie man diese kombinieren kann – natürlich von der Inhaberin persönlich. Ihre Zielgruppe spricht sie dabei immer direkt an.

Dadurch, dass sie ihren Kundinnen ganz neue Kombinationsmöglichkeiten von verschiedenen Outfits zeigt, bietet sie einen echten Mehrwert. „Wir wollen nicht nur Einzelteile verkaufen, sondern Outfits kreieren. Das sieht man ja auch in unseren Videos. Wir möchten Mode anbieten, die Spaß macht, die nicht allzu teuer ist, die qualitativ gut ist und worin die Kundinnen strahlen.“, erklärt sie.

Nachdem man seine Zielgruppe bestimmt hat, sollte man am besten einen „Wunschkunden“ (auch „Persona“ genannt) definieren. Wie sieht mein Kunde aus? In welcher Lebenssituation befindet er sich? Wofür interessiert er sich? Was würde meinem „Wunschkunden“ gefallen? Welche Farben würde er tragen? Welche Schnitte? Welche Produkte müsste ich anbieten? Wie kann ich es schaffen, dass dieser sich wohlfühlt?

Dies ist ein spezielles Hilfsmittel, um sich vor Augen zu führen, was die Person, die man mit seinen Inhalten erreichen will, möchte.

Nach der Beantwortung all dieser Fragen hat man seine Persona. Bei jeder Aktion, die man als Händler plant oder bei der Erstellung von Content, sollte man sich fragen, ob das die jeweilige Persona anspricht.

 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es von hoher Bedeutung ist, sich eine Community aufzubauen, um langfristig erfolgreich zu sein. Es gibt verschiedene Wege und Herangehensweisen. Wichtig ist es, zu wissen, dass es den Facebook-Algorithmus gibt, um seine eigene Social-Media-Strategie so aufzubauen, dass man auf dieser Plattform sichtbar ist. Je nachdem welche Ziele ein Händler in welchem Zeitraum anvisiert, kann er im ersten Schritt versuchen „organisch“ zu wachsen oder aber direkt, durch Bezahlung, höhere Reichweiten der eigenen Posts zu generieren. Außerdem ist es sehr wichtig, seine Zielgruppe zu kennen und diese vorab genau zu definieren, da diese auch ausschlaggebend für die Planung der Social-Media-Strategie ist.

Das Fräulein hat vorgemacht, wie es geht. Simona und Daniel sind über die Zeit organisch gewachsen und haben es durch Simonas authentische, persönliche Beiträge geschafft, ihre eigene Community aufzubauen. Das wiederum hilft ihnen auch im täglichen, stationären Geschäft in ihren Boutiquen. „Online und offline verbinden“ lautet die Devise in der heutigen Zeit.

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