Warenverfügbarkeit sicherstellen

Auswahl des Sortiments

Das Fräulein – Mode und Wohnen hat sich zum Start des Online-Shops für Produkte entschieden, die eine geringe Rücksendequote haben, wie z. B. eine Kochschürze oder ein Taillengürtel in Einheitsgrößen. Außerdem sollen auch Artikel ins Sortiment integriert werden, die sie exklusiv erst nach der Bestellung produzieren lassen, wie eine Buddha-Kette oder eine Kosmetiktasche. So kann der Aufwand bei Retouren und eine Überproduktion etwas reduziert werden.

 

Verfügbarkeit der Waren

Neben der richtigen Auswahl des Sortimentes spielt die Verfügbarkeit der Waren eine sehr wichtige Rolle beim Aufbau eines Online-Shops. Gerade für Einzelhändler, die ganz frisch den Aufbau eines zusätzlichen Vertriebswegs gestartet haben, stellen sich einige Fragen:

Wie viel Ware ordere ich? Kann ich ein Commitment mit meinen Lieferanten vereinbaren, damit ich zum einen flexibel bin und zum anderen keine hohe finanzielle Belastung tragen muss? Wie gehe ich mit einer großen Nachfrage um?

Zu Beginn weiß ein Händler schließlich nicht, was ihn erwartet und wie viele Bestellungen täglich eingehen. Deshalb muss man sich genau überlegen, wie man die Warenverfügbarkeit sicherstellen kann. Auch mit dem Fräulein haben wir das Thema diskutiert:

„Über das Abnahmethema haben wir uns wirklich total viele Gedanken gemacht.“,

berichtet Simona, Inhaberin des Fräuleins. „Bei der Kette, die wir anbieten, geht es beispielsweise noch. Die wird dann produziert, wenn sie bestellt wird. Und auch bei den kleinen Kosmetiktäschchen ist die Händlerin, mit der ich sie exklusiv entworfen habe, total flexibel und sagt: ‚Simona, egal wie viele du brauchst- ich produziere sie dir.‘“, erzählt sie weiter.

„Problematischer wird es z. B. jetzt bei den Schuhen, die eigentlich aus Dänemark kommen. Ich kann mir leider nicht ein ganzes Lager davon vollmachen, weil ich noch überhaupt keine Ahnung habe, wie viel wirklich bestellt wird. Wird ein Paar bestellt, werden fünf Paar bestellt?

Deswegen gehen wir da tatsächlich jetzt erstmal von einer kleinen Menge aus, die wir jetzt gerade im Bestand haben, damit wir kein großes finanzielles Risiko eingehen,

weil wir ja noch ganz am Anfang sind.“, erklärt sie ihre Strategie. Für den Fall, dass doch mehr Schuhe verkauft werden, als aktuell im Lagerbestand sind, hat sich Simona schon eine Vorgehensweise überlegt: „Wenn es dann doch so kommt, dass viel mehr bestellt wird, dann muss ich mich mit dem Händler bzw. dem Lieferanten auseinandersetzen, wie schnell die Ware dann bei uns sein kann.“

 

Kommunikation mit den Händlern und Lieferanten

Da das Fräulein sehr guten Kontakt zu ihren Händlern und Lieferanten hat, gab es auch für das Kleid, das im Shop angeboten werden soll, eine Lösung.

„Ich habe dem Lieferanten von unserem Vorhaben erzählt und war total glücklich, dass er so viel Verständnis für meine Situation hatte. Er hat mir dann zugesagt, dass ich ihm nicht alle Kleider abnehmen muss, sondern wir das anders regeln“, berichtet Simona und fügt strahlend hinzu: „Ich weiß ja auch noch gar nicht, was auf mich zukommt. Also hat er mir dann eine gewisse Menge an Kleidern geblockt, von denen ich aber nur die abnehmen muss, die ich tatsächlich verkaufe.“

Das hilft Simona und ihrem Team sehr: „So haben wir da auch keine Fixkosten bzw. einen großen erdrückenden Ballast, wo ich dann hinterher Warenstau habe – Ich weiß ja selber noch nicht, wo die Reise hingeht.“ Sie führt weiter aus:

„Ich habe große Lust dazu und hoffe, dass die Reise sehr weit geht, aber wir wollen das (finanzielle) Risiko, was im Hintergrund ist, natürlich so gering wie möglich halten.“

Meist haben Händler vor dem Launch eines Online-Shops wenig bis gar keine Erfahrungen, wie viel Ware letztendlich über diesen Weg geordert wird. Deshalb müssen sie so genau wie möglich versuchen zu kalkulieren, welche Anzahl von jedem Teil sie ordern wollen. Das kann sich auch schnell als Herausforderung darstellen:

Es besteht die Gefahr, dass die Lagerbestände schneller aufgebraucht sind als gedacht. Dann kann keine Ware mehr angeboten werden. Dieses Risiko gilt es, so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig wollen Händler keinen Berg an unverkauften Artikeln in ihren Lagern haben. Diese müssen dann beispielsweise durch Preisreduzierung verkauft werden. Deshalb sind ein enger Kontakt und Austausch mit den eigenen Händlern und Lieferanten sehr wichtig. Daher sollte man das Gespräch suchen und die eigenen Vorstellungen offen kommunizieren, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, die für beide Seiten passend ist.

 

Fazit

Der Fräulein-Inhaberin ist auch die aktuelle Situation sehr bewusst: „Wir wissen, gerade jetzt in der Corona-Zeit, kämpfen viele Händler mit finanziellen Einbußen, aber wir wollten trotzdem diesen Schritt gehen und uns trauen!

Wir haben uns da auch intensiv mit beschäftigt und sind stolz, dass wir die Aktion mit Anfassbar gut. und dem Kompetenzzentrum Handel so schnell auf die Beine stellen konnten.“

 

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Den Shop findet man bei Facebook und Instagram

Abschließend lässt sich sagen, dass es bei der (Waren-)Verfügbarkeit einige Dinge gibt, die zu beachten sind. Zu allererst spielt die „richtige“ Auswahl der Waren eine große Rolle. Gerade zu Beginn sollte man Artikel auswählen, die einfach zu verschicken sind und eine geringe Rücksendequote haben. Außerdem sollte man mit den eigenen Händlern und Lieferanten sprechen und ein Konzept bezüglich der Abnahme der Waren treffen (z. B. „auf Komission“). Des Weiteren ist es auch möglich, über eine exklusive Produktion zu verhandeln (erst produzieren, wenn der Kunde die Ware wirklich bestellt).

Das Fräulein hat sich zu Beginn für einen Mix aus den verschiedenen Punkten entschieden und wird so mit seinem Online-Shop die nächsten Monate erste Erfahrungen sammeln können. Ob sie damit die richtigen Entscheidungen getroffen haben oder ob sie evtl. an der einen oder anderen Stelle nochmal Fein-Justierung betreiben müssen, wird sich im Nachgang herausstellen. Denn Erfahrungen sammeln ist das A und O – die kann man aber leider nicht „kaufen“.

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