Waren versenden

Jeder der einen Onlineshop erstellt kommt schnell an den Punkt, an dem entschieden werden muss, welche Versandoptionen angeboten werden sollen. Was viele unterschätzen ist hierbei der Einfluss, den die passende Auswahl eines Versanddienstleisters für einen Onlineshop hat. Denn Kund*innen werden sich immer für eine schnellere Lieferoption entscheiden. Ob am Ende gekauft wird, steht also immer in Relation zu den zur Verfügung stehenden Versandoptionen und Lieferzeiten.

Auch die Boutique Fräulein aus Ratingen hat sich ausgiebig mit diesem Thema auseinandergesetzt, um die neuen Abläufe reibungslos in das bestehende Ladengeschäft zu integrieren. Dazu haben sie sich zu Beginn folgende Fragen gestellt:

 

1. Was soll verschickt werden?

Dazu ist es hilfreich die im Online Shop angebotene Ware noch einmal gedanklich Review passieren zu lassen:

  • Was versenden Sie?
  • Wie schwer und wie groß sind Ihre Produkte?
  • Wie lassen sich die Produkte am besten verpacken?
  • Wie groß und schwer sind die Pakete, in denen die Produkte versendet werden sollen?

Größe, Gewicht und Volumen beeinflussen die Versandkosten. Die Unter- und Obergrenzen der Paketgrößen ist je nach Paketdienst unterschiedlich festgelegt und sollte für den eigenen Bedarf abgeglichen werden.

Ein anderer wichtiger Faktor ist auch das Gurtmaß von maximal 300 cm (Gurtmaß = 1 × längste Seite + 2 × Breite + 2 × Höhe). Bei größeren Dimensionen fallen teilweise happige Zusatzkosten an und bei internationalen Sendungen sollten neben den Zollgebühren auch an die notwendigen Zolldokumente gedacht werden.

 

2. Brauche ich beim Paketdienstleister ein Geschäftskonto?

Im zweiten Schritt musste das Fräulein überlegen, ob ein Geschäftskonto bei einem der Versandanbieter vom Vorteil wäre. Dabei stellte sich eine wichtige Frage heraus:

  • Wie viele Bestellungen werden monatlich versendet?

 

Auch wenn die genaue Versandmenge noch nicht abzusehen ist, sollte man sich dahingehend ein grobes Ziel setzen. Denn die meisten Versanddienstleister schreiben ein Mindestversandvolumen als Grundlage für ein Geschäftskonto vor. So schreibt DHL mindestens 200 Pakete im Jahr, DPD sogar 500 Pakete im Jahr für die Nutzung der Geschäftskundenportale vor.

Der Abschluss eines Vertrags lohnt sich gerade bei einem hohen Versandvolumen, um die Vorzüge einer vereinfachten Abwicklung unter begünstigten Konditionen und einer Preisstabilität nutzen zu können. Bei einem eher geringen Versandvolumen lohnt sich der Vergleich zwischen einer Einzelversendung beim Versanddienstleister und Shipping-Service-Providern, die schon ab der ersten Sendung günstigere Konditionen und vereinfachten Auftragsabwicklung anbieten.

 

 

3. Lohnt es sich, verschiedene Anbieter zu kombinieren?

Beim Vergleich der verschiedenen Anbieter sollte in Betracht gezogen werden, für verschiedene Produkte, verschiedene Versanddienstleister zu nutzen. So können in Spitzenzeiten (Weihnachtsgeschäft) und bei kurzfristigen Engpässen flexibel und fristgerecht die Lieferfristen eingehalten werden. Besteht ein Sortiment zum Beispiel sowohl aus kleinen, leichten Produkten, aber auch aus sperrigen großen, kann für jedes der passende Versanddienst ausgewählt werden.

 

Tarifeinstellungen im Shopify Onlineshop

Sobald eine Auswahl passender Lieferdienste unter persönlichen Anforderungen ausgewählt wurde, können die Versandoptionen auf der Plattform Shopify in folgenden Bereichen angepasst werden:

 

Allgemeine Tarife

Hier wird entscheiden zu welchen Versandtarifen die Waren angeboten werden soll. Zum Beispiel kann ein Standardversand von 5 € aber auch ein Expressversand für 10€ eingestellt werden. Beide Optionen bekommen die Kunden dann im Warenkorb angezeigt.

 

Auf dem Preis basierende Versandtarife

Zusätzlich zum eingestellten Standardversand kann bestimmt werden, inwiefern dieser sich basierend auf den minimalen oder maximalen Warenkorbwert verändert. Zum Beispiel kann bestimmt werden, dass bei einem Wert von unter 50€ der Standardversand von 5€ gilt, bei einem Wert ab 50€ der Versand nur noch 3€ beträgt. Somit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Kund*innen mehr Produkte auswählen, um die 50€ Marke zu überspringen und beim Versand zu sparen.

 

Auf dem Gewicht basierende Tarife

Mit dem Tarif basierend auf dem Gewicht der Produkte kann ein Preis an das minimale oder maximale Gewicht gehängt werden. Bei Produkten von 0,01 Kg bis 0,3 Kg kann z.B. der Standardversand greifen. Bei einem Gewicht von über 0,3 Kg steigt der Preis dann auf 9€ Versand. Dabei muss bei der Erstellung eines Produktes im Onlineshop darauf geachtet werden, dass das Gewicht mit angegeben ist. Shopify rechnet im Anschluss das Gesamtgewicht des Warenkorbes zusammen und bestimmt anhand der eingegebenen Limits den Versand automatisch. Die Wahl dieser Option ist dahingehend vom Vorteil, da der Versand ebenfalls an die Gewichtsanforderungen der Versanddienstleister angepasst werden kann.

 

Kostenloser Versand

Diese Option bietet die Möglichkeit bei einem Maximalen Warenkorbwert von z.B. 80€ den Kund*innen einen Kostenlosen Versand anzubieten. Dies lässt mit allen 3 vorherigen Optionen kombinieren.

 

Darüber hinaus bietet Shopify noch eine Vielzahl an Kooperationen mit Versanddienstleistern an, sodass diese auch automatisch den Versand bei einer Bestellung anhand bestimmter Einstellungen festlegen können. Auch für den lokalen Versand oder die lokale Abholung können verschiedene Optionen ausgewählt und auf das Ladengeschäft angepasst werden.

Unser Fräulein hat sich intensive Gedanken zu den Versandoptionen gemacht und sich vorerst für einen Versand nach Gewicht entschieden. Da es sich bei der angebotenen Ware sowohl um Kleidung als auch um Wohngegenstände und Accessoires handelt und der Preis sehr variieren kann, kam diese Form des Versandes besonders in Frage. Dies wurde kombiniert mit einer kostenlosen Versandoption ab einem Warenkorbwert von 50€ und der Option, die Ware im Laden abholen zu können.

Alle Angebotenen Versandbedingungen sollten möglichst detailliert in den Rechtstexten unter „Versandkosten“ aufgelistet werden um die Kund*innen bestmöglich zu informieren und eine feste Grundlage beim Kaufvertrag zu gewehrleisten. Dies betrifft auch die Rücksendekosten, in denen man festlegen muss, wer diese trägt (die Kund*innen oder der Händler) und ob ein Rücksendeschein beigefügt wird oder nicht.

Viele Händler unterschätzen dieses Thema, dabei ist die Auswahl der passenden Tarife und Optionen besonders wichtig für die Kund*innen. Auch im Bereich des Onlineshops sollten die Kund*innen im Fokus jeder Entscheidung stehen, da die Konkurrenz groß und auch hier der richtige Service am Ende entscheidend für den Kauf und die Kundenbindung ist.

 

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