Vorbereitung auf den Banktermin: 7 Tipps für Händler

Ein Termin bei der Bank steht an – wirklich Spaß macht das selten. Auch wenn man als Unternehmer eigentlich gerngesehener Bankkunde sein sollte, fühlt man sich oft eher als Bittsteller: Man benötigt eine möglichst günstige Finanzierung, eine Umschichtung steht an oder ein Projekt soll realisiert werden. Kurz gesagt – man möchte etwas von seinem Finanzdienstleister und ist darauf angewiesen, sich und das Unternehmen von der besten Seite zu präsentieren. Diese 7 Tipps helfen Ihnen dabei, Fehler schon in der Vorbereitung zu vermeiden und im Bankgespräch zu überzeugen.  

1. Kommen Sie nicht mit leeren Händen ins Gespräch

Zum Vor-Ort-Termin sollten Sie immer die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten zum Unternehmen dabei haben. Dafür empfiehlt es sich, rechtzeitig Kontakt zu Ihrem Steuerberater zu suchen und Dokumente wie die letzten Jahresabschlüsse sowie eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung aufbereitet vorliegen zu haben. Lassen Sie sich hierbei ruhig von Ihrem Steuerberater unterstützen, meist hat er alle nötigen Dokumente bereits parat. Bringen Sie die Unterlagen sauber aufbereitet dann zum Gespräch bei Ihrem Finanzdienstleister mit – oder bieten Sie vorab an, diese zur Vorbereitung auf das Gespräch an Ihren Bankberater zu schicken. Das zeigt, dass Sie sich Gedanken machen und Ihr Berater kann Ihnen im Gespräch vielleicht sogar schon erste verlässliche Hinweise geben.  

2. Bereiten Sie sich vor – auch abseits von Dokumenten und Unterlagen

Sie haben BWA, Jahresabschlüsse und Dokumente zu Ihrem Vorhaben dabei? Sehr gut, allerdings sollten Sie die wichtigsten Kennzahlen auch im Kopf und nicht nur in einer Aktenmappe haben. Bankberater werden bei einer Finanzierung die negativen Punkte in den Auswertungen suchen. Gehen Sie vorab alles mit diesem Blick durch: Gab es Umsatzschwankungen? Was sind zukünftige Herausforderungen? Zeigt der Langzeittrend nach oben oder unten? Und wie planen Sie, darauf zu reagieren? Und natürlich sollten Sie in diesem Zusammenhang auch die geplante Finanzierung erklären können. Wozu wird die Investition im Detail benötigt? Wie planen Sie die Rückzahlung? Gibt es einen Investitionsplan? Bei einigen dieser Fragen kann Ihnen der Steuerberater helfen. Für tiefergehende Analysen hilft es oft, sich vor einer Finanzierungsanfrage externe Unterstützung ins Boot zu holen.  

3. Setzen Sie sich mit Ihrer Bonität auseinander

Das sogenannte Rating ist einer der stärksten Faktoren, wenn es um die Bewertung Ihres Unternehmens und seiner Kreditwürdigkeit bei Finanzdienstleistern geht. Es wird von Banken intern erstellt, fußt aber meist auf dem Urteil von externen Auskunfteien. Im privaten Bereich ist das in der Regel die Schufa. Im gewerblichen Kontext gibt es beispielsweise die Creditreform, auf die sich viele Finanzinstitute bei der Vergabe von Finanzierungen mit stützen. Ist dort der sogenannte Score (also die Unternehmensbonität) schlecht, wird es schwer, eine günstige Finanzierung zu erhalten. Als Händler sollten Ihr eigenes Rating nicht nur kennen, sondern können es auch positiv beeinflussen. Unser Partner COMPEON hat einige Tipps vorbereitet, wie Sie ihr Unternehmensrating verbessern können.  

4. Finanzieren Sie, wenn es Ihnen gut geht

Es klingt paradox: Die Geschäfte laufen gut, die Kunden stehen Schlange, die Kasse ist voll – und dann soll man für Investitionen und Neuanschaffungen nicht die vorhandenen Mittel nutzen, sondern eine Fremdfinanzierung anfragen? Viele Händler fragen dann: Begibt man sich nicht in eine Abhängigkeit? Kurze Antwort: Ja, das tut man. Allerdings mit einem großen Aber: Die Corona-Krise hat gezeigt, dass freie Liquidität über den Fortbestand von Unternehmen entscheiden kann, wenn es zu unvorhersehbaren Situationen kommt. Wurde diese Liquidität in vermeintlich guten Zeiten für Investitionen ausgegeben, ist sie in den Krisenzeiten nicht mehr vorhanden. Gerade mobile Güter wie Fahrzeuge, aber auch Maschinen, Lagereinrichtung und IT-Bedarf bieten sich in Niedrigzinszeiten für eine Finanzierung über Leasing und Mietung an. Das sichert Liquidität, die Finanzierung wird günstiger, wenn es dem Unternehmen gerade sehr gut geht und die Raten sind über die gesamte Laufzeit fix und planbar. Hinzu kommt: In guten Zeiten freuen sich Banken und andere Finanzanbieter über Ihre Anfrage. In schlechten Zeiten haben Sie es wohl eher schwer, eine Finanzierung zu bekommen. Bauen Sie also vor und denken Sie langfristig.  

5. Diversifizieren Sie auch bei Ihrem Finanzpartnerportfolio

Geschäftskonten, Immobilienkredit, Betriebsmittelfinanzierung, Finanzierung der Lieferwagen – alles läuft über die Hausbank. So oder so ähnlich sieht es bei vielen kleinen und mittelständischen Händlern aus. Die Beziehung zum Bankberater ist eng und langfristig – und das ist auch sehr gut so. Allerdings sollten Unternehmer nie nur auf ein Pferd setzen. Selbst bei guten Kennzahlen kann es mitunter passieren, dass Ihnen Ihre Hausbank irgendwann keine Finanzierung mehr gewährt, da sie aus Risikominimierung einen Riegel vorschiebt. Seien Sie also klug und bauen Sie sich neben der Hausbankbeziehung auch andere Verbindungen auf. Denn: Kommt es zu einer Krise, nehmen viele Banken oder Finanzanbieter keine Neukunden an. Wer vorher schon ein breites Portfolio gepflegt hat, ist im Vorteil.  

6. Nehmen Sie nicht das erste Angebot blind an

Sie planen eine Investition, sind im entscheidenden Gespräch und Ihr Bankberater macht Ihnen ein Finanzierungsangebot. Das ist natürlich hervorragend – jetzt sollten Sie aber nicht den Kopf verlieren und das Angebot blind annehmen. Wenn Sie privat eine Investition planen und sei es nur ein neuer Fernseher, recherchieren Sie doch auch den günstigsten Preis und nehmen nicht die erstbeste Variante im Elektromarkt, oder? Das sollten Sie bei Finanzierungen für Ihr Unternehmen genauso halten und das Angebot auf der Bank auf die Waagschale legen. Wir unterstützen Sie gerne bei diesem Konditionenvergleich.  

7. Holen Sie sich externe Unterstützung ins Boot

Bankgespräche und Verhandlungen über Finanzierungen führen auch Unternehmer nicht jeden Tag. Gerade bei entscheidenden Themen wie der Gewährung von Finanzierungen, die einen großen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Geschäfts haben, sollten Händler nicht alleine in den Ring steigen. Aus diesem Grund bietet Anfassbar Gut Unternehmern und Selbstständigen gemeinsam mit der Finanzierungsplattform COMPEON genau dabei Hilfe. Unabhängige Beratung, Aufbereitung der Finanzunterlagen sowie Suche und Vergleich passender Banken oder Finanzpartner: Eine kostenlose Anfrage genügt. Hier gibt es mehr Informationen!  

Jetzt Finanzierung zur Digitalisierung online anstoßen

Sie benötigen Unterstützung bei Ihrer Finanzierung, der Anfrage für einen Förderkredit oder möchten einen Vergleich unterschiedlicher Anbieter für Ihre Finanzierung nutzen? Starten Sie jetzt direkt online: MEHR ERFAHREN!

Weitere Blog-Artikel

  • Vorbereitung auf den Banktermin: 7 Tipps für Händler

    Ein Termin bei der Bank steht an – wirklich Spaß macht das selten. Auch wenn man als Unternehmer eigentlich gerngesehener…

    Mehr lesen
  • Digitalisierung finanzieren: Welche Optionen hat der Handel?

    Nicht erst die Corona-Krise hat gezeigt, dass viele Branchen in Fragen der Digitalisierung aufholen müssen. Auch im Handel gibt es…

    Mehr lesen
  • KfW passt Förderkredite aus dem Corona-Sonderprogramm an

    Corona-Hilfskredite für Unternehmen werden zu einem großen Teil von Förderbanken wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben. Die KfW hat…

    Mehr lesen