Produktfotos aufnehmen: Wie Sie Ihre Artikel in Szene setzen

Produktfotos dienen Onlineshops als Schaufenster: für einen erfolgreichen Online-Auftritt sollten Sie Ihre Artikel bestmöglich in Szene setzen!

Produktfotos

Produktfotos sind ein elementarer Bestandteil im Kaufprozess. Aussagekräftige, detaillierte und liebevoll gestaltete Fotos sind enorm wichtig für Kunden, da sie das Produkt online nicht anfassen, anprobieren oder genauer unter die Lupe nehmen können. So sind Fotos aus verschiedenen Positionen sowie Detailansichten von einzelnen, markanten Stellen des Artikels von Vorteil. Umso genauer der Kunde weiß, wie der Artikel aussieht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ihn bestellt und im besten Fall auch behält. Eine gute Darstellung hilft also nicht nur dem Kunden, sondern letztendlich auch dem Händler, da sich die Retourenquote dadurch reduzieren kann.

Bei der Erstellung der Produktfotos gibt es einige einfache Regeln zu beachten, die zu einem erfolgsversprechenden Ergebnis führen können.

 

Richtig in Szene setzen

Eigentlich selbstverständlich: das Produkt sollte in einem einwandfreien Zustand sein. Außerdem sollten Sie einen neutralen Hintergrund (weiß/grau/anthrazit) verwenden, der nicht vom eigentlichen Produkt ablenkt. Es darf, je nach Produkt, auch ein farbiger Hintergrund gewählt werden – wichtig: er muss zum Artikel passen.

Benutzen Sie einen Hintergrund aus Stoff oder biegsamer Pappe, um eine harte Kante im Hintergrund zu vermeiden. So entsteht der Eindruck eines „endlosen“ Hintergrundes. Eine weitere Möglichkeit ist es, das Produkt auf eine Plexiglasscheibe zu legen oder zu stellen, um ggf. eine Spiegelung hervorzurufen. Die Artikelbilder sollen das Produkt und die Farben so zeigen, wie es am Ende auch bei den Kunden ankommt. Deshalb ist gutes Licht bei der Fotografie wichtig, um sicherzugehen, dass der Artikel richtig ausgeleuchtet ist und die Farben gut zur Geltung kommen.  „Fotografiert man beispielsweise vor einem sogenannten „Greenscreen“, der häufig für Videoaufnahmen genutzt wird, kann es Schwierigkeiten geben.“ berichtet Julian Borgmann, Foto- und Videograf. „Als wir z. B. einen Schuh für das Fräulein  vor dem Greenscreen fotografiert haben, haben die Metallic-Einsätze auf dem Foto später leicht grünlich geschimmert und das soll natürlich nicht so sein“, sagt er. Das zeigt, dass ein Greenscreen für Fotos häufig ungeeignet ist, bei Videos hingehen funktioniert er super:

„Grüne Hintergründe nutzt man häufig bei Videos, da diese Farbe am wenigsten in der Haut enthalten ist und so lässt sich bei der Bearbeitung später der Hintergrund ganz einfach austauschen, in dem nur diese grüne Farbe abgezogen wird“,

erzählt Julian.

 

Auf die Beleuchtung kommt es an

Es empfiehlt sich, das Produkt richtig auszuleuchten, denn dadurch kommt es viel besser zur Geltung. Dafür eignet sich ein klassischer Aufbau, denn dieser sorgt immer für gute Ergebnisse und funktioniert wie folgt:

 

  1. „Key-Light“ (das Hauptlicht – Zweck ist es, damit die Dimension und die Form des Motives hervorzuheben) frontal und „weich“ (durch Diffusor) von oben.

 

  1. Blitz/Lampe auf „Augenhöhe“ ca. 45° neben der Kamera.

 

  1. „Hartes“ Licht von hinten auf das Produkt geben, sodass die Kanten des Artikels hervorgehoben werden und sich vom Hintergrund abheben.

 

Kein eigenes Fotostudio? Kein Problem!

Da Händler in der Regel selbst keinen Platz für ein eigenes Fotostudio haben, sind alternative Möglichkeiten gefragt. Auch für das Fräulein wurde eine kleinere, mobile Lösung gesucht. Diese besteht aus einem Aufnahmetisch-Set, bestehend aus einer klappbaren Leinwand und zwei klemmbaren Leuchten. So können Daniel und Simona nun jederzeit problemlos selbst Produktfotos erstellen, ohne großen Aufwand oder zusätzliche Kosten.

Wichtig dabei ist, dass die Leinwand lang genug ist, um beim rechtwinkligen Hochklappen keinen Schatten in der Knickfalte zu erzeugen und dass das Produkt sowohl am Boden als auch im Hintergrund von weißer Leinwand umgeben ist. Je nach Produkttyp sollte also vor dem Kauf genau bedacht werden, welche Produktgrößen im Onlineshop angeboten werden. Da sich das Fräulein hauptsächlich auf Accessoires konzentriert, reicht ein kleiner Tisch mit ca. 1m Fläche und 1m Höhe.

Es sollte daher sichergestellt sein, dass ein Produkt aus jedem Blickwinkel, sowohl in der Totalen-Ansicht als auch in einer Detailaufnahme abgelichtet wird, um beim Verbraucher auch eine gewisse Transparenz und somit ein Vertrauensverhältnis zu schaffen, dass so überzeugend wirkt, wie ein Produkt aus dem stationären Geschäft.

Neben Accessoires möchte das Fräulein gelegentlich auch Kleidungsstücke und Schmuck im Onlineshop anbieten. Hier empfiehlt es sich, das Produkt im Kontext zu einer Person zu fotografieren. Kleidung wirkt am Menschen viel realer als an einer gesichtslosen Puppe. Außerdem können hierbei Emotionen mit dem Produkt verbunden werden. Auch Ketten oder Ringe wirken interessanter an einem Hals bzw. an einer Hand und sollten daher immer mit mindestens einem Detailfoto am Körper dargestellt werden. Simona agiert hierbei selbst als Model, da sie bereits das Gesicht ihrer Boutique auf Social Media ist. Gelegentlich wagen sich aber auch andere Angestellte vor die Kamera. Verschiedene Körperformen und Größen darzustellen trägt außerdem zum Vertrauen in ein Produkt bei und spricht unterschiedliche Kunden an.

Anschließend stellt sich die Frage, wie die Fotos aussehen sollten bzw. was genau darauf zu sehen sein sollte. Hier haben wir auch ein paar Tipps aufgelistet, die Ihnen helfen können, Ihr Online-Schaufenster so ansprechend wie möglich zu gestalten:

 

  1. Fotografieren Sie das gesamte Produkt aus mehreren Perspektiven
  2. Arbeiten Sie Details und Besonderheiten durch Nahaufnahmen heraus
  3. Zeigen Sie das Produkt auch in der Verpackung
  4. Zeigen Sie die Dimensionen/Größe des Produkts
  5. Präsentieren Sie Ihr Produkt emotional im Einsatz/Gebrauch
  6. Stellen Sie den Nutzen für Ihre Kunden heraus
  7. Zeigen Sie das Produkt in einer relevanten Umgebung (z. B. Schmuck oder Kleidung an einer Person statt an einer Schaufensterpuppe)

 

Step by Step

Als sich das Fräulein – Mode und Wohnen für den Schritt zum Online-Shop entschied, haben Daniel und Simona erst einmal mit Produktfotos experimentiert. In einem gemeinsamen Workshop wurde den beiden das passende Know-How vermittelt, damit das Fräulein künftig optimale Fotos für den Online-Shop in Eigenregie erstellen kann. Schnell wurde klar, dass die Fotografie selbst mit dem Smartphone angefertigt werden soll – auch, um es möglichst unkompliziert zu halten. Smartphones haben heutzutage i.d.R. eine sehr gute Kameraqualität und können eine gute und kostengünstige Alternative zur hochwertigen und teuren Kamera sein. Anschließend bekommen die erstellten Produktfotos durch ein Bearbeitungsprogramm den letzten Schliff. Dabei gibt es eine große Auswahl an bekannten Bearbeitungsprogrammen wie „Photoshop“ oder aber auch teilweise kostenlose Programme im Internet wie z.B. „Photopea“. Das Handling solcher Programme kann man sich selbst aneignen und sich z.B. digitale Unterstützung durch Tutorials holen.

Abschließend lässt sich noch sagen, dass bei Fotos, die später in den Online-Shop hochgeladen werden sollen, immer auf eine möglichst hohe Bildqualität zu achten ist. Bei der Größe der Produktbilder gibt es, abhängig von der E-Commerce Plattform, bestimmte Empfehlungen oder Einschränkungen. Im Allgemeinen sollten 1000 x 1000 Pixel als Mindestgröße angestrebt werden, um ein Hineinzoomen ermöglichen zu können. Damit die Seitenperformance durch lange Ladezeiten nicht beeinträchtigt wird, empfiehlt sich dabei eine Bilddatengröße von 100 Kilobyte.

 

Fazit

Es lässt sich festhalten, dass Produktfotos die Schaufenster des Online-Shops darstellen und damit enorm wichtig für einen Händler sind. Dadurch, dass Kunden die Produkte online nicht anfassen oder anprobieren können, müssen sie so gut und originalgetreu wie möglich fotografiert und gezeigt werden. Dazu haben wir einige Tipps aufgelistet, mit denen die Erstellung der Fotos leichter von der Hand geht. Neben dem richtigen Licht und dem passenden Hintergrund sollte auch ein emotionaler Kontext geschaffen werden, der den Kunden zum Kauf anregt. Ebenso wichtig ist eine detaillierte und authentische Präsentation der Produkte.

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