Spielwaren Lessenich – über ein Jahrhundert Familiengeschichte

Seit 1902 eine Institution im Nordrhein-Westfälischen Tönisvorst: die Familie Lessenich! Bereits in der vierten Generation betreiben die Brüder Stefan und Andreas Lessenich nun das breit aufgestellte Familienunternehmen. Ihr kunterbuntes und individuell zusammengestelltes Sortiment erstreckt sich von klassischen Spielwaren über Geschenkartikel und Schulbedarf bis hin zu Fahrradhelmen und -ersatzteilen. Zusätzlich organisiert das Team regelmäßige Events wie Spieleabende oder „Boomerang-Bags“-Nähaktionen. Bei Lessenich kommt einfach jeder auf seine Kosten!

 

Die Entstehungsgeschichte 

Bei Lessenichs standen nicht immer die Spielwaren im Vordergrund. Im Jahr 1902 gründete Carl Maria Vinzens Lessenich, der Urgroßvater der heutigen Geschäftsführer, das Unternehmen – allerdings damals noch als Hufschmiede. Mit den Jahren und den Generationen wandelte sich das Geschäftsmodell stetig. Auf Schmiedearbeiten und das Beschlagen von Pferden folgten das Beziehen von Kutschenrädern und die Reparatur von Fahrrädern und Mopeds. Im Jahr 1939 wurde ein zusätzliches Geschäftslokal eröffnet, welches zum Verkauf von Garten- und Haushaltsgeräten, Öfen und Porzellan, Motorrollern, Fahrrädern und Mopeds sowie später auch Spielwaren diente. Es folgten weitere Umbauten zur Vergrößerung der Ladenfläche. Seit den 60er und 70er Jahren liegt der Fokus nun aber auf Spielwaren.

Dementsprechend nahe liegend war es also für die Brüder Stefan und Andreas 2006 in die Fußstapfen ihrer Vorfahren zu treten. „In diesem Familienbetrieb hat es sich einfach für uns angeboten, in das Geschäft einzusteigen – und es hat ja auch funktioniert. Ein schöner Job, um Kind zu bleiben“, erzählt uns Stefan. Mittlerweile besteht das Team neben den Brüdern noch aus drei weiteren Angestellten und einer Auszubildenden.

Was macht Spielwaren Lessenich aus?

„Wir sind ein klassischer Spielzeugladen, wie man ihn aus der Kindheit kennt. Davon gibt es ja mittlerweile immer weniger.“, beschreibt Stefan das Geschäft und fügt hinzu: „Wir legen Wert auf Persönlichkeit. Bei uns kann man noch ruhig stöbern und neue Sachen entdecken.“ Diese persönliche Note findet sich im ganzen Konzept wieder.

Zunächst einmal kommen bei den Brüdern nur die Spiele in die Regale, die sie auch selbst ausprobiert und für gut befunden haben. „Gerade bei den Spielen ist es uns wichtig, diese selbst zu testen, nachdem wir sie von unseren Vertretern vorgestellt bekommen haben. Da müssen wir auch manchmal welche aussortieren.“, erklärt uns Stefan die Lessenich’sche Qualitätsprüfung.

Außerdem steht direkt neben der Kasse ein Spieltisch. An diesem führt das Team den Kunden auf deren Wunsch hin Spiele vor. „Die Leute haben nie Lust die Anleitungen zu lesen. Das nehmen wir ihnen ab und erklären ihnen die Spiele ganz einfach.“, beschreibt Stefan die Idee, welche durchweg positiv aufgenommen wird. So lässt sich auch die Arbeit wunderbar mit einer kurzen Partie des persönlichen Lieblingsspiels verbinden. Beim aktuellen Lieblingsspiel der Brüder handelt es sich um ein Gesellschaftsspiel, bei dem es darum geht, besonders viele starke Magnete auf einer abgesteckten Fläche zu positionieren, ohne dass sie sich gegenseitig anziehen.

Wie bereits erwähnt beschränkt sich das Angebot nicht ausschließlich auf Spielzeug. Bei Lessenich gibt es nämlich auch Bücher, Geschenkartikel, Schulbedarf, Bastelmaterialien sowie Fahrradersatzteile und -helme zu kaufen. „Unser Sortiment ist nach und nach gewachsen. Wir probieren immer mal wieder neue Dinge aus und wenn sie von unseren Kunden angenommen werden, bauen wir diese dann auch aus.“, erzählt Stefan und führt an: „Wir bedienen eine sehr breite Zielgruppe: Vom Neugeborenen bis hin zur 100-jährigen, die gerne puzzelt.“ Eine Menge zu stöbern, gibt es auf jeden Fall!

Neues entdecken – auch auf Events

 Neben den zahlreichen Möglichkeiten, innerhalb des Ladens Neues zu entdecken, veranstaltet das Team regelmäßig Events, wie z. B. Spieleabende im benachbarten Café. Diese fanden vor der Corona Pandemie ca. alle zwei Monate mit bis zu 28 Leuten statt. Bei Essen und Trinken bekamen die Teilnehmer hier neue Spiele vorgestellt und konnten diese gleich ausprobieren.

Auch das Thema Nachhaltigkeit liegt den Brüdern am Herzen. So gründeten sie 2019 die erste „Boomerang-Bags“ Community in Deutschland. „Mein Bruder war in Neuseeland im Urlaub. Dort war er auf einem kleinen Hippie Markt, auf dem die ‚Boomerang-Bags‘ Aktion vorgestellt wurde.“, erklärt Stefan und führt weiter aus: „Dabei werden Einkaufstaschen aus Stoffresten von ehrenamtlichen Nähern gefertigt. Die kann man dann nutzen und bei nächster Gelegenheit in den Laden zurückbringen.“ Das Team konnte mit Unterstützung von Familie, Freunden, Kunden und Behindertenwerkstätten bereits hunderte von Taschen in Umlauf bringen, die auch von den Kunden gern genutzt werden. Mittlerweile hat sich die Idee in Deutschland schon weiterverbreitet. Stefan berichtet: „Es gibt jetzt schon zig weitere Communities, die Taschen nähen und somit Plastik vermeiden.“ Eine tolle Aktion – Hut ab!

 

Wie Spielwaren Lessenich die Herausforderung Corona gemeistert hat

Als es im März zum Lockdown kam, musste auch Spielwaren Lessenich die Türen zum Laden schließen. Doch da zu Corona Zeiten Gesellschaftsspiele und Puzzle besonders gefragt waren, ließ sich das Team etwas einfallen. „Wir haben einen Lieferservice durch unsere Mitarbeiter angeboten. Per Telefon, Facebook, Instagram oder auch WhatsApp haben wir die Leute beraten und die Ware dann anschließend ausgeliefert.“, erinnert sich Stefan. So tourten die Mitarbeiter zu Kunden in Tönisvorst und Umgebung und versorgten sie mit unterhaltenden Spielen sowie Lernspielen zur Förderung der Kinder, deren Schulen geschlossen waren. Stefan resümiert: „Ich habe während der Corona Zeit gemerkt, dass ich mich voll und ganz auf mein Team verlassen kann und dass wir eine tolle Kundschaft haben, die uns enorm unterstützt hat.“

Diese Unterstützung lässt sich auch auf den Social-Media-Kanälen wiederfinden. „Wir sind auf Facebook sehr aktiv und haben da für so einen kleinen Laden eine riesige Followerschaft.“, beschreibt der Geschäftsführer. Neben dem Aufbau einer entsprechenden Instagram Community arbeiten die Brüder zurzeit an der Einrichtung eines Webshops, über den dann auch Kunden aus ganz Deutschland mit wenigen Klicks die Ware von Spielwaren Lessenich erwerben können. Aktuell besteht für alle Spieleliebhaber, die nicht aus Tönisvorst oder der näheren Umgebung kommen, allerdings die Möglichkeit, per Mail oder über den Facebook-Messenger bei Lessenich zu bestellen.

Ausblick

Die Brüder blicken ambitioniert in die Zukunft: „Wir wollen unseren Standort sichern und weiterhin die Kinder und Familien mit unserem Angebot glücklich machen. Durch unser Digitalisierungsprojekt wollen wir zum einen Arbeitsplätze sichern und zum anderen weitere Mitarbeiter einstellen und zu guter Letzt den Kampf gegen Amazon nicht aufgeben.“ Wir drücken die Daumen!

 

„Anfassbar gut.“

„Auf ‚Anfassbar gut.‘ sind wir über einen Newsletter des Handelsverbands gestoßen.“, erklärt Stefan und fährt fort: „Dass besonders kleinere Läden vorgestellt wurden, fanden wir sehr sympathisch. Auf jeden Fall eine coole Sache! Wir hätten allerdings nicht damit gerechnet, dass wir direkt unter die Top 3 kommen und dann sogar gewinnen. Es war ja ein spannendes und knappes Rennen.“

 

Den Sieg habt Ihr euch verdient!

 

Danke, Spielwaren Lessenich!

Spielwaren Lessenich

Hochstraße 57, 47918 Tönisvorst

Instagram: @spielwarenlessenich

Facebook: @SpielwarenLessenich