Digitale Zahlungssysteme – die Fortschritte des bargeldlosen Zahlens

Im Laufe der Jahre verlor das Zahlen mit Bargeld immer mehr an Bedeutung, spätestens seit Corona bevorzugen immer mehr Menschen die kontaktlose Variante des Bezahlens. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfgesellschaft PwC wird das Volumen an bargeldlosen Transaktionen weltweit bis 2025 um mehr als 80% gegenüber 2020 zulegen. Auch in Deutschland wird das Bargeld immer mehr von anderen Zahlungsformen zurückgedrängt. Im internationalen Vergleich zahlen in Deutschland im Gegensatz zu Schweden und Spanien, bei denen nur noch 15% der Bevölkerung das Bargeld bevorzugen, aber immer noch verhältnismäßig viel mit Bargeld. In Deutschland wird im Vergleich zu anderen Nationen, immer noch viel mit Bargeld bezahlt. Im stationären Einzelhandel bezahlten zuletzt 61% der Kundinnen und Kunden mit Bargeld und nur 36% mit Giro– oder Kreditkarte.

 

Formen des bargeldlosen Zahlens

Kundinnen und Kunden haben heutzutage schon viele verschiedene Möglichkeiten, bargeldlose Transaktionen durchzuführen und es sind noch einige auf dem Vormarsch. Die wohl bekannteste bargeldlose Zahlungsmethode ist die Kartenzahlung, sowohl mit der Giro- als auch der Kreditkarte. Heutzutage braucht man aber nicht mehr unbedingt eine haptische Karte, um über dieses Konto bezahlen zu können. Es besteht die Möglichkeit, die eigene Giro- oder Kreditkarte auf Banken-Apps oder über Apple Pay zu hinterlegen. Diese Funktion nennt sich Mobile Payment und hat den Vorteil, dass es ausreicht, das Handy mitzuhaben und darüber bezahlen kann. Mittlerweile haben aber nicht nur Handys diese Funktionen, sondern sie ist auch bei Smartwatches und Fitnessarmbändern wiederzufinden.

Viele der aktuellen Karten bieten ergänzend auch noch eine kontaktlose Form des Bezahlens durch NFC-Chips. NFC steht für Near Field Communication, sodass Karten oder Handys nur noch knapp über das Lesegerät gehalten werden müssen und so bezahlt werden kann. Bei dieser Funktion lässt sich die Transaktion schneller durchführen. Für die Zukunft soll es zusätzlich die Möglichkeit geben, Bezahlungen durch den Fingerabdruck auslösen zu können. In Supermärkten lassen sich auch immer mehr Selbstbezahlerkassen finden, an denen die Kunden ihre Ware eigenständig einscannen können und im Anschluss bargeldlos bezahlen. In Ergänzung dazu gibt es ebenfalls Selbstbezahlerkassen, bei denen man die Artikel lediglich in eine Box legen muss und diese Box automatisch den Artikel erfasst, ohne dass das Etikett eingescannt werden muss.

 

Onlineeinkauf

Viele Händlerinnen und Händler bieten neben dem stationären Handel auch den Onlineeinkauf als Ergänzung an. Da es online nicht die Möglichkeit gibt, mit Bargeld zu bezahlen, werden den Kundinnen und Kunden ausschließlich bargeldlose Methoden angeboten. Die beliebteste Methode dabei ist das Bezahlen über Internetbezahlverfahren. Bei 38% der Onlinekäufe wird über die Anwendung Paypal bezahlt. Auf dem zweiten Platz der beliebtesten Bezahlverfahren im Internet stehen die Überweisung und dem Lastschriftverfahren mit 37%. Neben diesen beiden Methoden kaufen viele Kundinnen und Kunden ihre Ware auch auf Rechnung. Diese Methode hat den Vorteil, dass zunächst überprüft werden kann, ob das Produkt zusagt, bevor man es bezahlen muss. Für einen Kunden zählt, je mehr Zahlverfahren online sowie offline angeboten werden, desto besser ist der Service.

 

Vorteile & Nachteile des bargeldlosen Bezahlens

Für sowohl die Kundinnen und Kunden als auch für die Händlerinnen und Händler erleichtert das bargeldlose Zahlen das Einkaufserlebnis. Das bargeldlose Bezahlen hat einen großen Vorteil: Es erschwert die Geldwäsche für Kriminelle und es gelangt so weniger Falschgeld in den Wirtschaftskreislauf.  Außerdem müssen sich Kundinnen und Kunden keine Gedanken über den Standort des nächsten Bankautomaten machen, um noch Geld abzuholen. Außerdem entfällt das Kleingeld.

Wiederrum ein Nachteil des bargeldlosen Zahlens ist, dass Daten des Kunden hinterlassen werden, wenn sie ein digitales Zahlungssystem benutzen. Das Bezahlen mit Bargeld hinterlässt keine Daten und ist dadurch anonymer. Ein weiterer Nachteil, sind die Gebühren, die für die Händlerinnen und Händler bei jeder Transaktion anfallen. Sie betragen im Durchschnitt sieben bis neuen Cent.  Die zu zahlenden Kosten bei EC- sowie Kreditkarten sind variable Kosten und orientieren sich an dem zu zahlenden Betrag. Für EC-Kartenzahlungen liegen die Kosten etwa zwischen 0,23 und 0,3 Prozent. Die Kosten, welche für die Kreditkartenzahlung anfallen, sind dagegen ein wenig höher und betragen um die ein bis drei Prozent.

 

Händlerinnen und Händler sollte sich also Gedanken machen, ob sich das bargeldlose Zahlen für sie rechnet. Dabei sollten sie beachten, dass es schon viele Länder in Europa gibt, bei denen bargeldlose Zahlungen im Handel überwiegen. Dieser Trend ist auch in Deutschland im Vormarsch und wird von Kundinnen und Kunden gerne wahrgenommen.

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