Der Wandel im Handel – die immer größer werdende Bedeutung der Digitalisierung

Die Digitalisierung im Einzelhandel bedeutet die Einbeziehung digitaler Technologien in geschäftliche Prozesse mit dem Ziel, diese zu verbessern. Hierbei werden physikalische Daten in ein digitales Format übersetzt. Die Digitalisierung nimmt eine immer größere Rolle im Handel ein: Laut dem Digitalverbund Bitcom sehen allein 72 % der Handelsunternehmen eine Chance in der Digitalisierung. Zu Zeiten von Corona haben viele Händler und Händlerinnen angefangen, sich näher mit der Digitalisierung auseinanderzusetzten. Denn Online vertretene Händler und Händlerinnen haben eine bessere Möglichkeit, auf ihre Läden aufmerksam zu machen und dementsprechend größere Chancen, ihre Produkte zu vermarkten.

 

Probleme und Hemmnisse der digitalen Welt

Allein sieben von zehn Unternehmen fällt es schwer, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Fachkenntnissen in der Digitalisierung zu finden. Sie haben also Probleme Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden, welche bei dem Einstieg oder auch der Fortführung im Hinblick auf die Digitalisierung helfen können. Für rund 65% der befragten Händler und Händlerinnen stellt der Umgang mit der Digitalisierung eine Herausforderung dar und sie haben Schwierigkeiten das Thema umzusetzen. Oftmals fehlt Händlern ohne Unterstützung die Zeit, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen und Zeit in die Einführung einer Internetseite oder der Social-Media-Kanäle zu investieren.   Aktuell geben 35% der befragten Händler und Händlerinnen an, dass sie sich gut mit Digitalisierung auskennen. Da die Investitionskosten sehr hoch sind, sehen viele Händler und Händlerinnen die Bedeutsamkeit der Digitalisierung noch nicht. Für den digitalen Start wird Händlern zahlreiche Unterstützung angeboten, z. B. im finanziellen Sinne oder auch Onlinetrainings.

 

Die wichtigsten Bestandteile und Vorteile der Digitalisierung

Doch die Anstrengungen lohnen sich: Die Digitalisierung bringt auch für den Handel viele Vorteile mit sich. Viele Prozesse werden aufgrund der Digitalisierung vereinfacht und automatisiert, was den Nutzern langfristig viel Zeit ersparen kann. Sie können besser und zentraler überwacht werden und wenn sie veraltet sind, schneller verbessert und angepasst werden. Produkte können schneller auf den Markt gebracht werden und es kommt ebenfalls zu einer reduzierten Reaktionszeit auf Kundenfeedback. Darüber hinaus profitieren die Händler und Händlerinnen von Echtzeit-Erkenntnissen und können diese als Grundlage für automatisierte Verkaufsprozesse nutzen. In Ergänzung dazu werden viele Systeme miteinander vernetzt, was zu einem reibungsloseren Ablauf führt. So können Händler und Händlerinnen ihre Onlineshops mit ihren Social-Media-Kanälen verknüpfen, sodass Kunden und Kundinnen einen schnelleren Zugriff auf diesen haben. Durch den Onlinehandel hat der Händler und die Händlerin die Möglichkeit sein Vertriebsgebiet auszuweiten, um so schließlich die Verkaufszahlen zu erhöhen. Die Digitalisierung ermöglicht ein globaleres Denken und so die einfachere Kundenansprache und die Gewinnung von neuen Kunden und Kundinnen über das Internet. Viele Unternehmen und Händler und Händlerinnen haben außerdem das Problem, dass Unternehmensdaten, wie Einnahmen/ Ausgaben oder von Stammkunden nur schwer abzuspeichern oder wiederzufinden sind. Die Digitalisierung ermöglicht ein sortiertes Datenmanagement und so eine zentrale Speicherung von Unternehmensdaten, die einfach zu finden sind und auf die man schnell zugreifen kann. Im Vordergrund eines jeden Händlers sollten aber die Kunden und Kundinnen, die Kundenzufriedenheit und die Kundenbindung stehen. Heutzutage sind die meisten Kunden und Kundinnen ebenfalls digital aktiv, sodass man über das Internet oder Social-Media-Kanäle schneller mit diesen in Kontakt treten kann. Die persönliche Kundenbindung wird so gestärkt, da man sich mit den eigenen Kunden und Kundinnen auch online austauschen kann. Die Digitalisierung bietet dem Endkunden und Endkundinnen verschiedene Möglichkeiten des Einkaufs. Kunden und Kundinnen können die Produkte zusätzlich über den E-Commerce, einkaufen. Dabei bietet der Onlinehandel die Chance des Mobile-Commerce, d.h. der Onlineeinkauf über mobile Geräte. Außerdem besteht die Chance des Voice-Commerce, welches den Onlineeinkauf über die Sprachfunktionen darstellt.

 

Hier wird der Handel digital

Die Digitalisierung umfasst viele Unterbereiche, wie das Marketing und die Kundengewinnung, die Warenwirtschaft und den Verkauf, sowie die Kasse und die Bezahlung. Um den Aspekt des Marketings und der Kundengewinnung zu digitalisieren, eignet sich die Erstellung von Social-Media-Kanälen, sowie einer Internetseite oder eines Onlineshops. Über die Social-Media-Kanäle, sowie die Internetseite kann man Werbung für den eigenen Laden und die neuen Artikel machen. Ein Onlineshop hingegen hat den Vorteil, den Kundenkreis zu vergrößern, da schließlich nicht nur Kunden und Kundinnen aus dem eigenen lokalen Kreis dort einkaufen können, sondern auch Kunden und Kundinnen in den Regionen, an die geliefert wird. Mögliche Probleme, die in diesem Bereich auftreten können, wären zum einen der zeitliche Aspekt, sowie die Unwissenheit. Für diese Probleme empfiehlt es sich einen Berater oder Beraterin zu holen, welcher oder welche einem beim Erstellen des Onlineshops, sowie bei interessanten Ideen für die Social-Media-Kanäle hilft. Um die Hürde des zeitlichen Aspektes zu überwinden, sollte sich ein Mitarbeiter oder Mitarbeiterin darauf fokussieren und diesen Teil, als Hauptbeschäftigung machen.

Ein weiterer Bereich, welchen es zu digitalisieren gilt, ist der der Warenwirtschaft und des Verkaufs. Die Digitalisierung trägt dazu bei einem besseren und geordneten Überblick über den Warenbestand zu haben, so haben Händler und Händlerinnen die Möglichkeit online ebenfalls Sachen zu verkaufen. Aufgrund der Digitalisierung können Menschen in den Onlineshops zu jeder Zeit einkaufen, da alle Prozesse automatisiert sind. Händler die Ware online verkaufen, müssen sich aber des Zeitaufwandes bezüglich des Versandes sowie des Einstellens der Artikel bewusst sein.

Abschließend stellt sich die Kasse sowie die Bezahlung als sehr wichtiger Aspekt heraus. Heutzutage zahlt fast jeder Kunde im Laden mit Karte aufgrund dessen sollte dies auch überall möglich sein. Darüber hinaus empfiehlt sich für jeden Händler oder Händlerin ein Kassensystem, auf dem alle Einkäufe protokolliert werden und es so enorm an Zeit spart. Um hier das richtige Kassensystem für den eigenen Laden zu finden, sollte man sich wieder externe Unterstützung holen, die eine Expertise in diesem Bereich aufweist.

 

Good to know

Da Digitalisierung die Bedürfnisse der Verbraucher verändert, muss sich der Handel sich auf diese Bedürfnisse einstellen und sich anpassen. Zu den Bedürfnissen zählen in der heutigen Zeit ergänzend zum stationären Einkaufen für die meisten Kunden und Kundinnen auch der Onlinehandel. Hier haben die Kunden und Kundinnen die Chance auf einen schnellen Überblick über die Produkte, ohne dafür vor Ort sein zu müssen. Mittlerweile benutzen 9 von 10 Unternehmen die digitalen Technologien, wie den Onlinehandel oder die Sozialen Medien, die kleinen Händler verzichten aber oftmals noch auf die digitale Welt.  Von den deutschen Händlern, die Onlineprodukte anbieten, erzielen bis zu 41% die Hälfte ihres Umsatzes über den Onlinehandel. Spezifisch auf die Handelsunternehmen bezogen lässt sich erkennen, dass 98% dieser Unternehmen eine eigene Website haben, über die sie ihre Produkte vermarkten. Nur 35 % machen Werbung auf Verkaufsplattformen wie Instagram und Facebook, wobei diese Art von digitaler Aufmerksamkeit, am meisten Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zieht. Obwohl viele Händler aktuell schon auf Social Media vertreten sind, wird von denen, die sich mit der Digitalisierung noch nicht auseinandergesetzt haben, die Nutzung der Social-Media-Kanäle am wenigsten in Betracht gezogen. Jedoch hat der Händler auf den Social-Media-Kanälen die bestmögliche Chance mit den eigenen Kunden zu interagieren.

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